Description
Beschreibung
Mit „Pelgen Tunes – Vol. 4“ setzt Christoph Pelgen seine Notenreihe fort: 83 neue Melodien mit Akkorden, entstanden zwischen November 2019 und Oktober 2024. Wie die ersten drei Bände ist auch dieser ein musikalisches Tagebuch – voller Reisen, Begegnungen, Spielkurse und Geschichten.
Geschichten hinter den Tunes
Viele Stücke entstanden für Pelgens Dudelsack- und Ensemblekurse, etwa für den alljährlichen Spielkurs im Haus der Volkskunst in Balingen-Dürrwangen. Andere führen nach Selçuk und Ephesus in der Türkei, zum „Fledermaus-Dudeln“ oder in die Zeit der Pandemie, als Tanzmusik und gesellige Kurse lange stillstanden. Eine ganze Folge von Stücken widmet sich dem Räuberhauptmann Schinderhannes und seinen Gefährten. In kurzen Anmerkungen erzählt Christoph Pelgen, wie die Melodien entstanden sind.
Von der Bourrée bis zur Valse impaire
Der Band enthält Schottische, Walzer und ungerade Walzer, Polkas, Mazurkas, Cercles, Chapelloises und Bourrées, bretonische Tänze wie An Dro und Plinn sowie freie Stücke jenseits fester Tanzformen. Ein Verzeichnis nach Tanzarten hilft, schnell das passende Stück für Bal Folk, Session oder Spielkreis zu finden.
Für viele Instrumente
Die Melodien sind mit Akkorden notiert und eignen sich für Dudelsack, Drehleier, Geige, Flöte, Gitarre und viele weitere Instrumente – allein, im Duo oder im Ensemble.
Musik, die gespielt werden will
Alle Stücke sind GEMA-frei. Christoph Pelgen lädt dazu ein, sie zu spielen, zu verändern und eigene Variationen und Harmonien zu finden. Wer ein Stück auf Tonträger aufnimmt, nennt seinen Namen und schickt ihm ein Belegexemplar.
Vorwort
Über mich und meine Tunes
1988 bekam ich meinen ersten Dudelsack, eine Gaita galega, gebaut von Dieter Güttler aus alten Tischbeinen vom Sperrmüll. Damit fing alles an. Durch Dieter und Toni Weiler von meiner ersten Gruppe „Sans famille“ lernte ich die bretonische Folkmusik kennen – eine Offenbarung!
Die ersten Jahre habe ich v. a. neue Tunes von Schallplatten und Kassetten gelernt. Als ich 1990 zu der Tübinger Band „La Marmotte“ gestoßen bin, fand ich meine musikalische Bestimmung. Ich hab den Musikern in Lautenbach und St. Chartier auf die Finger geschaut, wie ein Schwamm sog ich alles auf, war hingerissen von den melancholischen französischen Tanzmelodien, die mich tief berührten.
1994 fing ich an, Dudelsackunterricht zu erteilen. Durch das später erschienene Dudelsack-Lehrbuch von Bernard Boulanger bekam ich die Gewissheit, bei meinen ersten Gehversuchen auf dem Dudelsack nicht alles falsch gemacht zu haben. Ohne jemals Unterricht genossen zu haben, hatte ich instinktiv die richtigen Lösungen gefunden, das auf Tonträgern Gehörte auf mein neues Instrument, eine Schäferpfeife von Andreas Rogge, zu übertragen. Endlich hatte ich Namen und Beschreibungen für diverse Verzierungstechniken.
Im Laufe der Jahre hat meine Schäferpfeife ein paar für mich sehr wichtige Ergänzungen bekommen:
Ich kann die beiden Bordune von G auf A umstimmen, Klappen für Fis und As wurden nachträglich montiert. Gut auch, dass Andreas den kleinen Bordun mit Mittelteil gebaut hat, so habe ich die Möglichkeit, einen Quintbordun zu verwenden, den ich auch von D auf E umstimmen kann.
Ich begann die Möglichkeiten meines Instruments zu erforschen, welche Tonarten gehen, welche Musikstile lassen sich darauf interpretieren? Die Grenzen waren schnell gefunden, zu statisch ist das Diktat der Bordunmusik. Durch Stöpsel zum Verschließen der Bordune war ich aber in der Lage, die anderthalb Oktaven einigermaßen frei zu nutzen, solange eine harmonische Begleitung in Form von Akkordeon oder Gitarre… dabei war.
Seit Pfingsten 2004 leite ich nun regelmäßig Dudelsack- und Ensemblespielkurse und schreibe hierfür (sowie für CD-Produktionen meiner Bands) eigene Tunes, die meine Schüler ermutigen sollen, sich mit ihrem Instrument intensiver auseinanderzusetzen, als nur Stücke in G oder C zu spielen.
Ich habe sehr davon profitiert, dass ich den alten Hasen auf die Finger schauen durfte, dass bereits lange vor mir Musiker Melodien komponiert haben, die immer noch gespielt werden, und fühle mich nun aufgefordert, mein Können und meine Melodien für künftige Musikergenerationen mit in diesen Topf zu geben. Musik ist meinem Verständnis nach dazu da, gespielt zu werden und die Zuhörer und Tänzer zu berühren, nicht um in copyrightgeschützten Archiven zu lagern und den Veranstaltern und performenden Bands das Leben schwer zu machen. In unserer Medienlandschaft ist eh kein Platz für diese Art von Musik, reich werden kann man damit nicht.
Meine Stücke sind somit komplett GEMA-frei und ich freue mich, wenn sie gespielt werden. Macht damit, was euch gefällt, verändert sie, findet eigene Variationen und Harmonien … Solltet ihr ein Stück von mir auf Tonträger aufnehmen wollen, bitte ich lediglich um Nennung meines Namens und ein Belegexemplar der CD. Für sonstige kommerzielle Nutzung (Film etc.) bedarf es einer Einwilligung meinerseits.
Und: Kopiert bitte diese Notensammlung nicht zur Weitergabe, da steckt ’ne Menge Arbeit drin.
Frohes Musizieren wünscht euch euer Christoph
Autor:in
Christoph Pelgen
Geb. 1967 in Wiesbaden, aufgewachsen in Rheinhessen.
Mit 6 Jahren erster Musikunterricht (Flöte), gefolgt von Gitarre und Klarinette. Selbststudium von Dudelsack, Bombarde, Mandoline …
Zwischen Zivildienst und Schreinerlehre, 1989/90 auf der Suche nach dem eigenen Ich, einer gemeinsamen europäischen Kultur und der Musik, die mich fasziniert, zu Fuß unterwegs von der Südpfalz nach Santiago de Compostela auf dem Jakobsweg.
Danach Umzug nach Tübingen, wo ich seit Herbst 1990 in der Gruppe La Marmotte meine musikalische Familie gefunden habe.
Seit 1993 selbstständiger Musiker, zahlreiche CD-Produktionen, Auftritte als Dudelsackspieler am Staatstheater Stuttgart, mit der Mittelalter-Rockband „Adaro“, mit „Estampie“ und „L’ham de foc“, Dudelsacklehrer, Ensembleleiter und Bandcoach. Gründer der „Wurmlinger Zupfkapelle Hilaritas“ und der 20er-Jahre-Band „Die Croonies“, passionierter Notensammler und Ukulele-Enthusiast. Mitglied des Duos „Cassard“ und der orientalischen Weltmusikformation „Café Dünya“.
Durch das Studieren traditioneller Melodien jedweder Region die eigenen musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten zu finden ist mein erklärtes Ziel. Musik als Gefühl, nicht als Wettkampf – das bewegt mich.
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